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Chuquicamata

Ein kurzer Zwischenstopp im Zeichen des Kupfers. 15 km von Calama entfernt befindet sich Chuquicamata. Beim Recherchieren entdeckten wir eine der grössten Kupfer Minen der Welt. Ein gewaltiges, von Menschen geschaffenes, Loch in der Erde. Dieses Loch ist 4,3 Kilometer lang, 3 Kilometer breit und 1,1 Kilometer tief. Einfach gigantisch und perfekt für eine Besichtigung. Hier werden während 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr, bis zu 180'000 Tonnen Erz pro Tag, mit über 100 riesigen Trucks, sogenannten Radladern, aus dem Loch gekarrt, woraus bis zu 2'500 Tonnen Kupfer gewonnen werden. Die Trucks werden allerdings nur noch bis 2020 den Weg aus der Mine auf sich nehmen. Der 12 km lange Weg, welchen die über 100 Trucks, mit einem Verbrauch von bis zu 4 Litern Diesel pro Minute (!), zurücklegen müssen um die Mine wieder zu verlassen, wurde einfach zu lang um einen wirtschaftlichen Abbau weiterzuführen. Ab 2020 soll die Mine unterirdisch und mit entsprechender Fördertechnik weitergeführt werden.

 

Chile verfügt über etwa 40% des Weltvorkommens an Kupfer. Diese Mine wäre sicherlich auch für Beni's Kollegen in der Comet AG interessant, haben diese doch auch jeden Tag mit Kupfer zu tun. Eine kostenlose Führung erhält nur, wer sich frühzeitig per E-Mail anmeldet und sich in Calama am vorgebenden Termin einfindet. Bei uns hat alles super geklappt, so das unsere Führung stattfinden konnte. Um 13:00 fanden wir uns beim Büro der Firma ein. Hier wurden wir mit Sicherheitswesten und Schutzhelmen eingekleidet (Joli sagt: «Oh schön knallig orange!!!»), dazu gab es eine Reihe von Instruktionen und Spielregeln, welche zwingend einzuhalten waren. In der Bestätigungsmail wurde bereits darauf hingewiesen, das lange Hosen und Oberbekleidung sowie geschlossene Schuhe obligatorisch sind. Die Sicherheit wird hier wirklich GROSS geschrieben, man wird sogar im perfekt klimatisierten und modernen Bus darauf kontrolliert ob man den Sicherheitsgurt nutzt und dauernd wieder darauf hingewiesen diesen immer zu benutzen.

 

Nach kurzer Fahrt erreichen wir die Geisterstadt Chuquicamata, welche früher das Zuhause von rund 25’000 Einwohnern war und sich direkt neben der Mine befindet. Hier steigen wir aus dem Bus und schlendern durch die Strassen. Vom Hauptplatz, mit einem kleinem schönem Park vorbei am Fussballstadion, dem Kino, der Kirche und einem Spielplatz, gehen wir durch die menschenleeren Strassen. Wir befinden uns mitten in einer Geisterstadt, hier ist keine Menschenseele mehr zu sehen. Der letzte Bewohner musste die Stadt im Jahr 2008 verlassen, seither ist die ganze Stadt eingezäunt und abgeriegelt.

 

Im Gegensatz zu Calama, ist hier alles blitzblank, sauber und gepflegt. Obwohl die Stadt seit 10 Jahren verlassen ist, sieht sie um einiges schöner und gepflegter aus, als ihre schmutzige und stinkige Nachbarin. Liegt wohl daran, dass hier keine Menschen mehr leben und ihrem Abfall überall liegen lassen können. Bei einigen Häusern ist noch das ein oder andere Fenster geöffnet, ansonsten ist aber alles schön ordentlich abgeriegelt. Die Stadt wurde ursprünglich einzig für die Minenarbeiter und deren Familien gebaut. Wer für die Firma, welcher die Mine gehört, arbeitete konnte dort gratis wohnen und zahlte auch nichts für Wasser und Strom. Es hatte, eine Schule, eine Bank, ein Krankenhaus und alles was eine vollwertige Stadt braucht. Übrigens wurde die erste Coca Cola in Chile hier in Chuquicamata verkauft.

 

So ein gigantisches Vorhaben wie diese Mine bringt natürlich auch seine Schattenseiten mit sich, welche hier auch erwähnt werden sollten. In der Mine sind etwa 2000 Arbeiter beschäftigt, welche oft an hiesigen Berufserkrankungen wie Krebs, Asthma oder Staublungen leiden. Auch die Umweltverschmutzung ist ein grosses Problem welches, ausgelöst durch Abwasser mit gefährlichen Substanzen, das Umland, wie auch das Trinkwasser zu verseuchen droht. Durch diese Umstände entstand im Jahr 2008 diese Geisterstadt. Alle Bewohner, die Arbeiter mit ihren Familien, wurden damals aufgrund der gesundheitsschädlichen Umgebung nach Calama verlegt. 

 

 

Nach diesem bizarren Eindruck ging es mit dem Bus weiter zur Mine. Schon auf dem Weg in Richtung Geisterstadt sah man von weiten die grossen Gesteinsdünen, wo das geförderte Material abgeladen wird. Plötzlich befinden wir uns am Rande dieses gigantischen Lochs. Wir halten an einen Aussichtspunkt an. Von hier hat man einen prächtigen Rundumblick. 10 Meter neben dem Aussichtspunkt fahren im Minutentakt die riesigen Trucks den langen Weg rauf und runter. Unvorstellbar wie gross diese Trucks sind, beziehungsweise wiederum wie klein diese im Vergleich mit der Mine sind. Wir versuchten die Grössenverhältnisse mit zig Fotos bestmöglich in Szene zu bringen. Die Zeit bei der Mine und beim Bestaunen der Monstertrucks verging wie im Flug und so befanden wir uns um 16:30 leider schon wieder in Calama.

 

Die Tour ist gratis (ja es gibt tatsächlich noch Dinge die nichts kosten, wer hätte das gedacht?!) aber wer will kann aber eine Spende an eine hiesige Kinderhilfsorganisation entrichten, was wir gerne gemacht haben. Der Zwischenstopp in Calama lohnt sich nur um diese Mine zu besichtigen, sonst sollte man Calama am besten meiden, denn es ist wie bereits angetönt, dreckig, stinkig und hässlich.

 

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