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Bahía Inglesa

Ferien, endlich Ferien. Nach unserer mühsamen 16 stündigen Reise (statt 11 Stunden ohne Pleiten, Pech und Pannen) mit dem Bus haben wir Bahía Inglesa doch noch erreicht. Hier haben wir für eine Woche ein Strandhäuschen gemietet. Das Haus bietet neben Grill, Terrasse, Küche auch Satelliten TV und Internet. Auf diesem Grundstück stehen insgesamt sieben dieser Häuser, welche durch das Besitzerpaar, beide um die 80 Jahre alt, geführt wird. Nur 30 Meter vom Meer entfernt lässt man hier die Seele baumeln.

 

Zu erreichen sind die Häuser in rund 15 Minuten von Caldera bequem mit dem Auto oder in unserem Falle dem Taxi. Den Wocheneinkauf konnten wir zum Glück zusammen mit Eduardo machen, der sowieso einkaufen musste. Im Eiltempo stürmten wir durch den Supermarkt und versuchten alles zu besorgen was wir für die nächsten 7 Tage benötigen. Als Eduardo unseren Einkaufswagen sah kippte er fast hinten um aber wir haben im dann erklärt, dass wir dies für die ganze Woche einkaufen, da wir ja nicht so mobil sind und nicht dauernd in die Stadt gehen wollen. Er wartete geduldig auf uns, so dass wir wieder mit ihm zurück fahren konnten.

 

Gegen Ende der Woche mussten wir dann zwar doch etwas improvisieren und gut Haushalten mit dem was übrig war – aber wir hatten einfach keine Lust nochmals in die Stadt zu fahren und mit Trinkwasser hat uns zum Glück Eduardo ausgeholfen.

 

Hier in der Nähe (30km) geschah im Jahr 2010 das Grubenunglück von San José, bei welchem die Rettungsaktion der 33 verschütteten Bergarbeiter, aus 700 Meter Tiefe, weltweit in den Medien zu verfolgen war.

 

An den ersten zwei Tagen war es sonnig und angenehm warm bei etwa 23 Grad. Morgens das Frühstück auf der Terrasse, den Tag durch ein paar lecker Bierchen und etwas zum Knabbern. Während Joli auf der Terrasse Bänder knüpfte, hatte Beni wiedermal einen Sportsonntag, welchen er in vollen Zügen genoss. Er lag auf dem Bett, den Laptop auf dem Bauch, wo der Thun – Lausanne Match lief, schaute über die Kante im TV gleichzeitig das Moto GP rennen und telefonierte zwischendurch auch noch mit Zuhause. Nicht zu vergessen den Federer Final in Indian Wells am nächsten Tag…

 

Abends wurde dann der Grill von Beni-Grillmeister eingefeuert und mit einem leckeren Essen und einer Flasche Wein ging langsam die Sonne unter und wir kurz darauf zu Bett.

 

In der zweiten Nacht jedoch hörte der Spass auf einmal auf, Joli hörte Geräusche und sah Licht am Strand, welches auch in regelmässigen Abständen in unser Schlafzimmer schien und ihr den Schlaf raubte. Hier ist es nachts stockdunkel, das Haus macht auch so seine Geräusche und viele Hunde schleichen herum. Dazu kommt, dass wir uns jeden Abend vor dem Schlafen gehen noch ein bis zwei Folgen Dexter angeschaut haben, was natürlich Joli’s blühende Fantasie auch noch anregte. Nachdem Beni das Haus durchgecheckt und die Alarmanlage an der Tür installiert hatte durfte er weiterschlafen.

 

Am dritten Tag war es dann bewölkt und kalt, sowohl draussen wie auch im Haus. Nun ja, immerhin perfekt um unseren weiteren Reiseverlauf zu recherchieren, planen und organisieren. Nur schnell den Gasherd ein wenig aufgedreht (zum Heizen) und los gings.

 

In Kürze werden wir Chile hinter uns lassen und die Grenze zu Bolivien überqueren. Beni hat schnell ein paar neue Abenteuer ins Auge gefasst, darunter sind unter anderem der Salzsee Salar de Uyuni oder eine Mountainbike Abfahrt über die gefährlichste Strasse der Welt, der Death Road in der Nähe von La Paz. Beni sagt: "Das wird ein Spass".

 

Direkt hinter unserer Anlage befand sich eine archäologische Ausgrabungsstätte, welche wir in 10 Minuten zu Fuss erreichten. Während einer privaten Führung durch den Fossilienfriedhof, sahen wir einige Ausgrabungsstätten ähnlich wie die man im Fernsehen zum Beispiel bei Jurassic Park sieht. Es sind verschiedene Replicas von gefundenen Tieren ausgestellt. Obwohl man vielleicht denkt, dass es doch langweilig sein muss ewig in der Erde zu puddeln, nur um vielleicht etwas zu finden, ist es doch spannend, wenn man dann mal an so einer Ausgrabungsstätte war. Man stellt fest, dass hier Geschichte begraben liegt und etwas mythisches in der Luft liegt.

 

Die letzten beiden Tage waren dann wieder sonnig und heiss und wir haben es sogar einmal ans Meer geschafft. Ins Meer leider nicht, dazu war es einfach zu eisig.

Trotz dem durchzogenen und oft eher kühlen Wetter, hatten wir wunderbare und erholsame Ferien und haben wir zwei erstaunliche Dinge festgestellt.

 

Auch in den Ferien sind die Ferien viel zu kurz und nie waren Ferien so erholsam wie in den Ferien.

 

Wenn Zeit keine Rolle spielt, hast du in den Ferien nicht den Drang früh aufzustehen oder möglichst viel zu erleben. Obwohl sich unser Bewegungsradius auf gerademal zwei Meter rund ums Haus beschränkte, war uns nie langweilig und mit Spiel und Bier hätten wir locker noch eine weitere Woche anhängen können.  

 

Wieso machen wir zu Hause nie solche Ferien? Einfach mal eine Woche nichts tun, schlafen, essen und das ganze wieder von vorne? Ganz einfach: wir sitzen uns im Büro bereits 5 Tage die Woche den Hintern platt und haben in den mickrigen 5 Wochen Ferien das Bedürfnis so viel wie möglich von der Welt zu sehen. Dabei sind wir meistens nach den Ferien nicht wirklich erholt, weil wir die ganze Zeit rumgerannt sind. Was für ein Teufelskreis!

 

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Kommentare: 1
  • #1

    feller renate (Sonntag, 15 April 2018 06:44)

    Danke viumau für öii müeh ,üs z schtibe u föteli z schicke,i lise öii reisebrichte so gärn u schätze das sehr.liebi grüessli ma