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Puerto Montt

Eine Hafenstadt mit 200'000 Einwohnern. Der Boden bildet vom Meer ins Land hinein, immer höher werdende Ebenen, wie Terrassen, welche die Stadt praktisch in vier Stockwerke unterteilen. Jede Ebene zeigt die Entwicklung der Zeit und Stadt anhand der Architektur. Die Stadt ist sehr grossflächig angelegt und hat nur sehr wenige Hochhäuser, hier besitzt quasi jeder sein eigenes Haus. So auch unsere Gastgeber Silvia & Luis. Sie pensioniert, er kurz davor, mit eigener Firma und rund 50 Angestellten. Luis arbeitet je nach Lust und Laune – schliesslich sei er ja der Chef meint er. Meistens ist er morgens in der Firma und nachmittags nimmt er sich dann gerne Zeit und zeigt seinen Gästen in einer privaten Tour mit Stolz seine Stadt und die Umgebung.

 

Wer in Puerto Montt ist, sollte auch unbedingt den Markt in Angelmo besuchen. Bevor der eigentliche Markt beginnt säumen den Strassenrand viele kleine Häuschen, welche ein wenig an unsere Weihnachtsmärkte erinnern, wo allerlei Handarbeit verkauft wird. Direkt am Pier steht ein grosses doppelstöckiges Holzhaus mit vielen Balkonen, in welchem unter anderem frische Meeresfrüchte, Fisch, Gemüse und Ceviche angeboten werden, resp. auf den Balkonen hat es dann verschiedene Restaurants, die das Ganze frisch zubereiten. Wir wussten von Luis nach unserer Fragerei zum Glück auch was die hiesige Spezialität ist, welche wir dann auch bestellten - "Curanto". Das ist ein Teller mit Muscheln, Poulet, Schweinefleisch, Würstchen und verschieden zubereiteten Kartoffeln. Im Original wird dieser Mix in einem Erdloch angerichtet: zuerst werden Steine im Feuer erhitzt und dann in das Loch gelegt, darauf kommen die Muscheln, danach das Fleisch und am Schluss die Kartoffeln. Das ganze wird dann mit Blättern zugedeckt und gegart. Unser Gericht war leider nur aus der Pfanne aber trotzdem sehr lecker. 

 

Petrohue und Umgebung

Wir haben das Angebot genutzt und wurden nicht enttäuscht. Er chauffierte uns zu Wasserfällen, Seen, Lagunen, Aussichtspunkten und wir hatten die ganze Zeit einen super Blick auf den Vulkan Osorno. Im Jahr 2015 brach der benachbarte Vulkan Calbuco aus und Luis zeigte uns atemberaubende Bilder, welche er nur mit seinem Handy von zu Hause aus gemacht hat – Wahnsinn! An den Strassenrändern liegen zum Teil immer noch meterhohe Aschehaufen, welche teilweise sogar noch vom letzten Ausbruch des Vulkans Osorno stammten.

 

Wir löcherten Luis während der Fahrt mit Fragen über Wirtschaft, Löhne, Bildung usw., so dass wir nun etwas besser über das chilenische System informiert sind. Zuletzt fuhr er uns sogar noch zu einem Chiropraktiker in Puerto Varas, bei welchem Silvia, während wir auf unserer Tour waren, einen Termin für uns ergattern konnte. Que bien! Die Menschen sind extrem Hilfsbereit und Gastfreundlich hier! Obwohl es eigentlich längstens Zeit für den Heimweg wäre bringt uns Luis noch zu einem coolen Retromuseum. Dieses Haus ist vorgestopft mit Allerlei Krimskrams und altem Zeugs aber eines der Besten Museen, welche wir je besucht haben.

 

 

Obwohl wir getrennte Betten hatten fühlten wir uns im Haus von Silvia & Luis sehr wohl und wir wären gerne länger geblieben. Die Sympathie war gegenseitig und zum Abschied schenkte uns Silvia ein Glas ihrer selbstgemachten Konfitüre, welche wir schon zum Frühstück verschlangen und Luis sicherte uns seine Hilfe zu, falls wir irgendwo in Chile mit Problemen konfrontiert werden sollten - er habe Freunde im ganzen Land meinte er. 

 

Nach zwei erholsamen Tagen ging es dann auf die Navimag, eine Fähre, welche uns in zwei Nächten und einem Tag nach Chacabuco brachte. 

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