Hier ist es kalt und windig. Naja dachten wir jedenfalls. Mitnichten, entgegen unserer Vorstellung landen wir bei prächtigem Wetter
und 22 Grad. Und schön zum Anfang der Festival Woche – na Bravo, dass erklärt auch wieso uns die Preise hier fast um den Verstand gebracht haben.
Nachdem wir unser bislang teuerstes aber bei weitem nicht bestes Zimmer bezogen haben, machten wir uns auf den Weg unsere Touren für die nächsten zwei Tage zu den Gletschern zu buchen. Dann
ging’s husch husch daran eine Sportbar, welche die ach so geliebten Champions League Spiele überträgt, zu finden. Unglaublich aber wahr zu unserem Erstaunen läuft gleich in der ersten Bar mit nur
einem TV das Spiel Basel : Man City. Yeah, sofort lecker Bierchen und Burger bestellt und Nachmittags um 5 praktisch alleine in der Bar Fussball geschaut, wunderbar!
Wir sind auch noch kurz zum Festivalgelände gelaufen, welches bis an den Abenden mit den Top Acts, Luis Fonsi und Marco Antonio Solis, gratis besucht werden konnte. Auch hier gabs Einheimische- und Ausländerpreise… Das Festival war in einem «Stadion», keine Eingangskontrollen, eine grosse Bühne, keine Bierstände und ein ohrenbetäubender Lärm. Nach 5 Minuten hatten wir bereits genug gehört und sind gegangen, weil wir Angst hatten danach nichts mehr zu hören. Die Lautstärke war jenseits aller Lärmschutzverordnungen, welche wir kennen. Es scheint hier keine Dezibel Beschränkung zu geben. Um die Aussage etwas zu erläutern hier folgender Vergleich: wir hatten zum Glück keine zentrale Unterkunft mehr gefunden, so dass wir ungefähr 10 Quadras vom Zentrum entfernt übernachteten. Die Strassen sind hier praktisch alle quadratisch angelegt, wobei ein Quadra 100 x 100 Metern entspricht. Wir hatten noch 1 km entfernt (5 Quadras weiter rechts und 5 weiter hinten) grosse Mühe mit dem Einschlafen, so laut war die Musik.
Mini Trekking
Mit dem Bus zum Perito Moreno und dann mit dem Boot und Steigeisen an den Füssen auf den Perito Moreno. Die Tagestour führte uns auf den Hügel direkt vor die rund 5 Kilometer lange und 70 Meter hohe Spitze des Gletschers. Hier kann, über mehrere Balkone und Wege, der Gletscher aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Immer wieder brechen kleine und grössere Stücke tosend und krachend in den See, was jeweils ein Raunen und Hektik bei den Zuschauern auslöste – man will das Ereignis, dass sich Gletscherkalbern nennt, ja schliesslich auf einem Foto einfangen. Keine Chance – wenn man erstmal ausgemacht hat aus welcher Richtung das Krachen, Tosen und Knarren kommt, ist der Eisblock meistens schon fast unten im Wasser und erzeugt nur noch grosse Wellen.
Zwischen den Eisformationen schimmert immer wieder ein leuchtendes Blau hindurch – das sind die Stellen, wo sich erst kürzlich Spalten aufgetan haben oder Teile abgebrochen sind, weshalb das Eis noch nicht am Schmelzen ist und somit noch in wunderschönen Blautönen leuchtet.
Nachmittags ging es mit dem Boot ans Ufer des Gletschers, wo wir Steigbügel an die Füsse gebunden bekommen. Mit einem ohrenbetäubenden Krachen fällt plötzlich ein riesiges Stück Eis vom Gletscher ins Wasser – das grösste, dass wir gesehen haben – Wahnsinn! Die Wellen, welche den Strand erreichten waren entsprechend gross.
In kleinen Gruppen von max. 15 Personen stampften wir uns einen Weg über den Gletscher. Unser Guide erklärt uns wie wir rauf und runter laufen müssen, damit wir auf den Beinen bleiben – das wichtigste – Beine immer auseinander, damit man nicht mit den Steigeisen in den Schuhen oder Hosen hängen bleibt – sonst fällt man böse auf die Schnauze. Das sieht dann ein bisschen aus als hätte man in die Hosen gemacht, aber besser als auf dem scharfkantigen Eis umzufallen. In knapp 2 Stunden führte man uns auf den Gletscher rauf und zwischen Eisspalten hindurch. Ein Anblick ist faszinierender als der vorherige. Immer wieder biegen wir um eine Ecke und erblicken noch grössere Eiswände und Spalten. Alles leuchtet in weiss und blau und die Sonne lässt alles funkeln und glitzern. Als krönenden Abschluss gab's einen "Whiskey on the Rocks" natürlich mit frisch gepickeltem Gletschereis, lecker! Zu Benis' Glück fand die Französin den Whiskey eklig und wollte ihr Glas nur kurz für ein Foto hochhalten - danach durfte es Beni geniessen.
Lago Argentino
Auf der zweiten Tagestour finden wir uns auf einem grossen nagelneuem Schiff wieder, welches Platz für 300 Leute bietet. Zum Glück war die Tour nicht ausgebucht und so hatten wir ein 6er Abteil direkt am Panoramafenster für uns allein. Allerdings brachte uns das Panoramafenster nicht sehr viel, da es entgegen allen Wettervorhersagen in Strömen regnete. Das Schiff führte uns zwischen Eisbergen hindurch zu drei verschiedenen Gletschern. Zum Spegazzini-, Upsala- und Perito Moreno Gletscher. Auf dem Programm stand ebenfalls ein Spaziergang von ungefähr 1 Stunde, sowie mehrere Stopps in unmittelbarer Nähe von Eisbergen. Bereits die hell- und dunkelblauen Eisberge, welche nahezu die Grösse unseres Schiff hatten, waren ziemlich beeindruckend. Aber die Gletscher selbst, über den Einen wir ja schon spaziert sind und den wir von weitem gesehen haben, wirkten vom Boot aus, welches bis auf ungefähr 300 Meter heran fährt, gigantisch. Die meisten Leute tummelten sich vorne an der Spitze des Schiffes im strömenden Regen, während wir hinten von Wind und Regen geschützt einfach abwartenden bis die Eisberge auch an uns vorbei kamen. Sie leuchteten in klarem Weiss, knalligem Blau und sogar einen schwarzen Eisberg bekamen wir zu Gesicht. Einfach beeindruckend. Wie es wohl im antarktischen Meer sein muss, wenn die Eisberge noch grössere Ausmasse annehmen? Schon hier waren sie beeindruckend gross und wir befanden uns «nur» auf einem See. Wir haben auch noch zwei hängende Gletscher gesehen und der Spegazzini Gletscher war auch sehr beeindruckend. Das Wetter spielte nicht mit und als es darum ging bei leichtem Regen für den Landspaziergang auszusteigen, entschieden wir uns dagegen, was von unserer Reiseleiterin mit einem verschmitzten Lächeln und der Bemerkung «Das ist die beste Entscheidung, die ihr treffen konntet.» quittiert wurde. Fast alleine auf dem Boot beobachteten wir, wie die anderen in 20er Gruppen einige Meter dem Ufer entlang gingen, weiter hinten stehen blieben und wieder zurück kamen – WOW wir sind die Strecke mit unseren Augen abgelaufen und das ganz ohne nass zu werden. Wir haben stattdessen unsere Kehle befeuchtet mit einer Flasche Weisswein. Mit einem etwas schwirrenden Kopf und lustig lockerer Zunge spielten wir Karten und Yatzy. Den Upsala Gletscher durften wir nur aus 14 Kilometern Entfernung anschauen, was fast dazu führte, dass wir ihn fast verpasst hätten vor lauter Wein, Spielen und tief hängenden Wolken. Als es Richtung Perito Moreno ging, klarte das Wetter etwas auf. Jetzt waren wir vorne an der Spitze und haben uns den Gletscher zum zweiten Mal in seiner vollen Pracht angesehen. Wahnsinn wenn man 200 – 300 Meter vor dieser Eismasse im Wasser treibt und die 70 Meter hohe Wand hinaufschaut.















































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Mummy (Dienstag, 06 März 2018 15:41)
Eifach nume schön!!
Kusle-Paps (Dienstag, 06 März 2018 18:59)
Zwöifach nume schön! :-)
feller renate (Mittwoch, 07 März 2018 19:45)
Cha eigentlich der beni o fötele,oder si die schöne fotos aui vor joli? E schöni zyt u muntsch ,ma
Beni (Mittwoch, 07 März 2018 21:55)
Natürlich cha u muess der Beni ou fötele. Es git o immer wieder Föteli wo z Joli druf isch u die ghöre zu de Schönschtä! Chame itz so oder so gseh :-)