Feuchtigkeit bekommt hier eine ganz andere Bedeutung. Wenn man in den Regenwald geht, weiss man, dass man mit Regen rechnen muss. Man weiss, dass es sehr feucht ist – bis zu 80% Luftfeuchtigkeit… Aber wenn dazu noch mehrere Regentage mit Dauerregen kommen, nimmt das Ganze ganz neue Dimensionen an. 90% Luftfeuchtigkeit ist an der Tagesordnung. Stundenlange Regenfälle (vergleichbar mit einem starken Gewitter bei uns während ca. 10 Minuten maximal) und einem Zimmer aus Holzwänden und Fenstern ohne Glas lassen das Mass an Feuchtigkeit erahnen, welches wir erleben durften. Sich nach dem Duschen abzutrocknen war nicht nur eine Herausforderung sondern ein Ding der Unmöglichkeit. Von nass kam man höchstens auf feucht – trocken war weit weg und das während Tagen. Die Kleider, das Bett, alles hatte einen leichten Moder-Geruch. Alles was man anfasst, anzieht, ja sogar ansieht ist leicht feucht bis nass. Mosquitos sind zwar während den Regenfällen abwesend – kräftig das Zimmer durchlüften und «trocknen» (mit Hilfe eines Ventilators) ist angesagt – aber danach sind sie dafür umso hungriger auf Beute Jagd. Wer eignet sich da besser als Futter als ein frischer Beni oder ein Stück Joli?! Auch die Ameisen kriechen aus ihren überfluteten Nestern und machen sich einen Spass daraus uns zu beissen (die Stiche, Buckel und Blasen davon sieht man übrigens noch jetzt – über eine Woche später).
Aber trotz allem war es die Strapazen wert. Die Iguazú Fälle sind atemberaubend. Die Panoramasicht von der brasilianischen Seite ist ein guter Start, auch wenn die Wartezeit von der brasilianischen Grenze bis zur argentinischen Grenze auf dem Rückweg, die Aufenthaltsdauer in Brasilien fast übertraf.
Der argentinische Teil war sehr gut besucht. 20 Minuten vor 08:00 standen die Leute bereits Schlange vor dem Eingang. Wir sind nicht ganz sicher ob die meisten einfach faul oder etwas doof waren, denn alle rannten zum Zug (welcher erst um 08:30 zum ersten Mal fuhr) anstatt den Fussweg von 600 Metern zu nehmen. Somit waren wir an beide Tagen die ersten Besucher auf dem Trail welcher oben an den Wasserfällen entlang führte und danach immer noch fast die ersten auf dem unteren Trail. Auch für den Teufelsschlund standen die Menschen Schlange. Alle 20 Minuten fuhr ein Zug. Zu Fuss hatte man 25 Minuten…. Wir sind zu Fuss gegangen und so auch noch schön zwischen zwei Zügen angekommen und mussten somit nicht mit der grossen Masse nach hinten laufen und den Aussichtspunkt teilen. Naja wir waren auf jeden Fall froh gehörten wir zu den wenigen nicht faulen, welche zu Fuss gingen – denn nach ca. 3 Stunden waren die Leute überall im Park und wir haben uns schon fast wieder auf den Rückweg gemacht.
Die Fälle sind atemberaubend schön. Auch wenn das Wetter nicht perfekt war, haben sie nichts von ihrer Schönheit und Faszination eingebüsst. Wir haben an beiden Tagen den oberen und unteren Trail besucht. Am zweiten Tag hatten die Fälle massiv mehr Wasser und das Wasser war orange / braun was das Ganze noch mal spezieller machte. Einzig den Teufelsschlund haben wir nur einmal besucht. 1. hat es dort immer zu viele Leute und 2. ist er zwar sehr beeindruckend aber nicht so schön wie der Rest der Fälle.
Es gibt auch einige Tiere im Park. Vögel, Nasenbären, Schmetterlinge… Vorsicht vor den Nasenbären. Eine Familie mit Kindern wollte ein Foto mit den Baby Nasenbären machen. Die Eltern trugen den Kindern auf ganz nah ran zu gehen und sich hinzu hocken. Es waren ca. 8 Jungtiere. Die 4 erwachsenen Nasenbären waren ganz unscheinbar am Rand der Szene, während die Babys schön posierten und sich aber trotzdem immer etwas aus dem Bild bewegten… Die Eltern waren in der Hocke um das Foto ihrer Kinder zu schiessen, am Arm baumelte ein Sack mit Proviant in Bodennähe, beiden Hände waren mit der Kamera besetzt. Die Tiere sind clever. Während die Babys die Familie schön ablenkte, griffen die erwachsenen Tiere an. Sie stürzten sich alle zusammen auf die Taschen mit Proviant, welche nun ganz nah am Boden an den Armen der Eltern baumelten. Die wehrlosen und überraschten Eltern in ihrer unglücklichen Position, hatten keine Chance und sobald die vier grossen Nasenbären die Futtersäcke erobert hatten, haben auch die Babys nicht mehr schön posiert sondern haben sich mit ihren Eltern auf die Säcke mit Chips und Sandwiches gestürzt. Also da sieht man wieder mal – Tiere sind wesentlich intelligenter als Menschen und wer keinen Respekt vor der Natur und wilden Tieren hat zieht immer den kürzeren. Wir fanden es ganz amüsant zum beobachten – es war so absehbar aber trotzdem witzig.
In Puerto Iguazú selbst gab's nicht so viel zu sehen. Wir haben den Hito de los tres Fronteras besucht wo die drei Grenzen von Argentinien, Brasilien und Paraguay zusammen kommen. Die Bootstouren für diesen Tag waren aber leider schon ausgebucht. Zudem gibt es noch ein ökologisches Haus ganz aus Pet Flaschen (sehr beeindruckend) und eine Tier Auffangstation (mehr dazu unter kleine Freuden) im Quartier der Orchideen (etwas ausserhalb des Dorfes (KM5)).































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